SCHAFE & WÖLFE

Schafe und Woelfe 2017 1 C Stefan W Wolf

In vergangenen Jahr war es auffällig ruhig geworden um die aus dem Schoße einer westfälischen Kleinstadt entsprungene Combo, die sich noch nie so richtig mit einem Stempel versehen ließ. Aber jetzt melden SCHAFE & WÖLFE sich zurück - in neuer Besetzung und mit einer neuen Vision. Chris Hyla (Gesang, Gitarre, Produktion), Jonas Jordan (Gitarre, Synthesizer) und Valéry Heer (Schlagzeug) arbeiteten mit Produzent Norman Kolodziej an ihrem Debütalbum Lebenswerk X das am 20.01.2017 via VelocitySounds Rec. erschienen ist.

Seit 5 Jahren gibt es die Band, die die Sorgen und Nöte aller orientierungslosen Mittzwanziger in umgangssprachliche Oden auf kraftvollen Elektrobeats verpackt. Ihr neues Material zeugt von ihrer musikalischen Weiterentwicklung. Waren ihre ersten Songs noch eher tanzbar und verspielt, klingen die neuen ernsthafter und getriebener. Was bleibt ist das Gefühl von sepiafarbener Nostalgie zwischen Kippenstummeln, Billigschnaps und einem 2,50€ Döner, mit dem man sich um 4 Uhr morgens in der Straßenbahn das T-Shirt bekleckert. Es geht aber auch um die Frage, ob das für immer so weitergehen kann und was es eigentlich ist, nach dem all diese unzufriedenen, sogenannten Millenials so verzweifelt auf dem Boden ihrer Ginflasche suchen.

2012 in Lemgo gegründet bestanden SCHAFE & WÖLFE zunächst nur aus dem Rapper Max Scharff und dem Gitarristen und Produzenten Chris Hyla. Noch nicht mal 2 Jahre mussten die beiden Charakterköpfe an ihrer ersten EP „Große Augen für schlechte Aussichten“ feilen, die 2014 auf Community Records veröffentlicht wurde und mit ordentlich tanzbaren und dennoch gehaltvollen Songs aufwartete.

Die Single „Alles ist am Leben“, die ein wenig klingt wie ein getragener Elektroremix von einem The Killers Song, erschien im selben Jahr und wurde prompt zum Soundtrack einer Telekom-Fernsehkampagne auserkoren. Der Gig, den die Band daraufhin im Rahmen der Telekom Street Gigs im September 2014 in Berlin spielte wurde aufgezeichnet und als Live-EP exklusiv auf Spotify veröffentlicht. 2015 folgte dann die B-Seiten-EP „Nachts“, welche die Band als freien Download zur Verfügung stellte.

Von 2013 bis Mitte 2015 spielten SCHAFE & WÖLFE mehr als 80 Gigs in Deutschland, Österreich und der Schweiz und bauten sich dabei eine treue Fanbase auf. Abgesehen von ihrem Auftritt im Lieblingsclub der schillernden TV-Realität von Gute Zeiten Schlechte Zeiten, den mehrere Millionen Zuschauer vor ihren Fernsehgeräten verfolgten, brachte 2014 einige prestigeträchtige künstlerische Gelegenheiten mit sich. SCHAFE & WÖLFE spielten als Vorband der Berliner Lieblingselektropunker Frittenbude, absolvierten mehrere Festivals mit den damals noch aufstrebenden Herzensbrechern von Wanda, rockten beim Reeperbahnfestival und konnten sogar einen Gig auf dem Maßstäbe setzenden MELT! Festival ergattern.

2015 wurde dann ein ganz großes Jahr für SCHAFE & WÖLFE. Nicht nur in kreativer Hinsicht, sondern auch in persönlicher. Ihre erste Headliner-Tour führte die Band Anfang des Jahres auf 21 Konzerten durch die Kellerclubs und Indie-Lokale Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Im Juni bekam das ungleiche Duo dann den schon lange absehbaren Zuwachs. Die Live-Mitglieder Jonas Jordan und Valéry Heer wurden Teil der festen Besatzung. Zwei Monate später trennten sich SCHAFE & WÖLFE dann von Rapper Max Scharff und läuteten so endgültig eine Ära der eigenen Neuerfindung ein.

Die Gegensätze, die SCHAFE & WÖLFE mit ihren Hymnen auf die Liebe, die Sonne und das Bier zusammenbringen und mit ihrem fabelhaft angehauchten Namen symbolisieren wollten, gibt es noch immer. In der neuen Besetzung und mit bisher ungesehenen kreativen Impulsen konzentrieren sich diese jedoch nicht mehr nur auf eindringlichen Sprechgesang in Verbindung mit greifbaren Synthie-Melodien. Vielmehr treffen nun erwachsene Synthesizer- und Gitarrenklänge auf Beats, die ein wenig an New Order oder Depeche Mode erinnern. Hinzu kommen Texte, von denen sich insbesondere alle instagramnutzenden Mittzwanziger so gut verstanden fühlen sollten, dass selbst der Gedanke an eine biergetränkte Nacht, die man bei Sonnenaufgang mit Knutschen und Kippen auf den Dächern der Großstadt beendet, fast ein bisschen wehtut.

 

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